TeilnehmerInnen 2009
Sebastian Goll (Dresden)
geb. 1981 in Bautzen, studierte Soziologie, Osteuropäische Zeitgeschichte und Politikwissenschaft in Dresden, Marburg und Temesvar (Rumänien). 2008 schloss er sein Studium als Diplomsoziologe „mit Auszeichnung“ ab. Die inhaltlichen Schwerpunkte seines Studiums waren vorrangig Themen der Friedens- und Konfliktforschung, die ihn im Rahmen von Studienreisen mit dem Marburger Institut für Friedens- und Konfliktforschung nach Südosteuropa führten. Schließlich befasste sich auch seine Abschlussarbeit mit der Arbeitsweise von Nichtregierungsorganisationen in Rumänien, die er im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes in Temesvar anfertigte. Neben seinem Studium organisierte Sebastian Goll in Dresden eine Straßenausstellung zu den Folgen des internationalen Kleinwaffenhandels und führte friedenspädagogische Projekte durch.
Momentan arbeitet Sebastian Goll als wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Abgeordneten am sächsischen Landtag und ist Mitglied der Südosteuropagesellschaft e.V.
Christoph Kivelitz (Hannover/Bochum)
wurde 1966 in Bochum geboren und ging auch dort zur Schule. Nach dem Abitur 1985 absolvierte er zunächst seinen Zivildienst als Pflegediensthelfer in einem Seniorenheim. Im SS 1987 nahm er ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Romanistik an der Ruhr-Universität Bochum auf. Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihm im Jahr 1989 ein einjähriges Gaststudium an der Université de Lille. Im Jahr 1992 schloss er sein Studium in Bochum mit einer Magisterarbeit zum Thema „Wladimir Tatlin und der sowjetische Konstruktivismus“ ab. Es folgten eine Ausbildung zum Maskenbildner an der Berufsfachschule für Maskenbildnerei in Mainz sowie ein einjähriges Volontariat in der Maskenbildnerei der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Stipendien des Landes Berlin und des DAAD ermöglichten ihm Studienaufenthalte in München, Turin, Rom, St. Petersburg und Moskau. Unter Betreuung von Prof. Susanne von Falkenhausen promovierte er 1999 an der Humboldt Universität zu Berlin zum Thema: „Die Propagandaausstellung: Laboratorium und Panoptikum der ‚neuen Welten‘. Konfrontation und Vergleich: Nationalsozialismus in Deutschland, Faschismus in Italien und die UdSSR der Stalinzeit (1932-1945)“. In den Jahren 2001 bis 2006 arbeitete er als freier wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Kunstmuseum Bochum und das Museum am Ostwall, Dortmund. Kuratorisch hat er mitgewirkt u. a. an den Ausstellungen: „… auch wir Menschen, auch wir mechanisiert …! Die zweite Phase des italienischen Futurismus“ (Dortmund, 2001/02); „Das Recht des Bildes … Jüdische Perspektiven in der modernen Kunst“ (Bochum, 2002/03); „Munch revisited. Edvard Munch und die heutige Kunst“ (Dortmund, 2004/05); „Und es bewegt sich doch …“ (Bochum, 2006). 2005 bis 2007 war er Künstlerischer Leiter des Dortmunder Kunstvereins. Seit 2008 ist er als Stellvertretender Geschäftsführer der Galerie Robert Drees, Hannover angestellt. Als freier Kurator leitet er seit 2001 bis in die Gegenwart den Kunstverein Bochumer Kulturrat. Er lebt und arbeitet in Bochum und Hannover.
Britta Müller-Schauenburg (Tübingen)
wurde 1972 in Reutlingen geboren und ging in Marburg an der Lahn zur Schule. Nach dem Abitur 1992 absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin am anthroposophischen Fachseminar in Frankfurt am Main, dann arbeitete sie in verschiedenen Bereichen der Pflege (medizinische Geriatrie, ambulante und stationäre Pflege) und gründete und leitete einen ambulanten Pflegedienst. Im Jahr 2000 begann sie das Studium der Theologie in Tübingen, zu der nach vier Semestern die Philosophie hinzutrat. 2005 schloß sie beides mit Diplom bzw. M.A. ab. Reisen führten sie mehrfach etwa nach Indien, Syrien und in den Libanon. Mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes promoviert sie seit 2006 über religiöse Erfahrung als Konzept der (west-)europäischen Religionsphilosophie im Vergleich mit der, im 20. Jahrhundert für die orthodoxe Theologie sehr prominent gewordenen, Energienlehre des Athosmönches und Theologen Gregorios Palamas (1296–1359). Die Studien führten sie zu Erkundungen der Lebenwirklichkeit dieser Konfession nach Griechenland und Südosteuropa, und zum anderen in den Raum der neuen Konversionen zur Orthodoxie vor allem in Großbritannien. Diese Promotion befindet sich derzeit im Abschluß. Seit dem 1. November arbeitet Britta Müller-Schauenburg am Hugo von Sankt Viktor-Institut in Frankfurt am Main.
Benno Nietzel (Berlin)
Benno Nietzel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert der Humboldt-Universität zu Berlin und Doktorand an der Ruhr-Universität Bochum. Er studierte Neuere Geschichte, Theaterwissenschaft und Publizistik in Berlin und Moskau und war von 2006 bis 2009 Promotionsstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Sein Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Geschichte jüdischer Unternehmer aus Frankfurt am Main zwischen 1924 und 1964. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutschen und europäischen Geschichte seit 1890, in der Geschichte der Gewaltregime des 20. Jahrhunderts – vor allem des Nationalsozialismus und des Stalinismus - und ihrer Aufarbeitung und Bewältigung, in der deutsch-jüdischen Geschichte sowie der Geschichte von Propaganda und öffentlicher Kommunikation seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Publikationen: Die jüdische Presse und die Debatte um die Rückerstattung entzogenen Eigentums 1945-1952, in: Susanne Schönborn (Hrsg.), Zwischen Erinnerung und Neubeginn. Zur deutsch-jüdischen Geschichte nach 1945, München 2006, S. 135-159; Business Finished? Transnationale Wiedergutmachung historischen Unrechts in Europa seit 1989, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 57 (2009), S. 26-50; Die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz der deutschen Juden 1933-1945, in: Archiv für Sozialgeschichte 49 (2009).
Alexandra Schweiger (Halle/Wittemberg)
wurde 1980 geboren und studierte an der Universität zu Köln sowie an der Jagiellonen-Universität Krakau die Fächer Mittlere und Neuere Geschichte, Osteuropäische Geschichte und Lateinische Philologie. Sie schloß ihr Studium im Januar 2006 mit der Magistra Artium ab. Ihre Magisterarbeit wurde mit dem „Köln-Preis 2005 der Universität zu Köln in Anerkennung der hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit ‚Regelungen des Kölner Wirtschaftslebens durch den Rat der Stadt im Spätmittelalter‘“ ausgezeichnet. Nach einem Jahr Berufstätigkeit als Deutsch-Förderlehrerin für Schüler mit Migrationshintergrund kehrte sie in die Wissenschaft zurück und begann 2007 mit Ihrem Dissertationsprojekt im Bereich der polnischen neuzeitlichen Geschichte zum Thema „Staatskonzeption und Kresy-Diskurs zwischen Januaraufstand und Erstem Weltkrieg (1864–1918)“ für das sie – wie bereits im Studium – mit einem Stipendium der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. gefördert wird. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für die Hospizbewegung, spielt Klavier und rudert gern.
Marketa Spiritova (Prag/München)
geboren in Prag. Studium der Slawischen Philologie, der Volkskunde/Europäischen Ethnologie und der Interkulturellen Kommunikation in München. Ab 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für vergleichende Kulturwissenschaft der Universität Regensburg, seit 2009 am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der LMU München.
Thomas Tetzner (Hannover)
wurde 1979 im Erzgebirge geboren. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie. Nach Abitur und Zivildienst studierte er in Chemnitz Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte, außerdem Soziologie und Philosophie. 2005 bestand er sein Magisterexamen „mit Auszeichnung“. Nach einem Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro einer sächsischen Landtagsabgeordneten promoviert er seit 2007 mit einem Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung an der Universität Hannover zum Thema „Der Neue Mensch in Rußland. Zur Ideengeschichte einer politischen Utopie“. Der Abschluß der Dissertation steht für Anfang nächsten Jahres zu erwarten. Thomas Tetzner ist verheiratet und lebt in Chemnitz.
Jens Wietschorke (Berlin)
geb. 1978, studierte Europäische Ethnologie, Neuere Deutsche Literatur und Philosophie in Tübingen, Wien und Berlin. Nach dem Studienabschluss als M. A. im Jahr 2005 war er Promotionsstipendiat der Graduiertenförderung des Berliner Senats und zeitweise Lehrbeauftragter am Institut für Europäische Ethnologie der HU Berlin; nebenbei war er tätig als freier Mitarbeiter am Westfälischen Industriemuseum in Dortmund und bei Facts & Files, Historisches Forschungsinstitut Berlin. Die Dissertation mit dem Titel „Arbeiterfreunde. Eine historische Ethnographie der ‚Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost‘ 1911-1933” wurde im März 2009 abgeschlossen. Seine Interessens- und Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der historischen Stadtforschung und Stadtanthropologie, der historischen Ethnographie der Klassenbeziehungen, der Landschafts-, Industrie- und Technikgeschichte sowie der Wissenschaftsgeschichte.