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Dienstag, 17.11.2009, 20.00 Uhr (Veranstaltungskeller)
Mit Eskorta hat der slowakische Autor Michal Hvorecky (*1976) einen mehr als ungewöhnlichen ‚Wenderoman‘ vorgelegt. Ungewöhnlich und erfolgreich. Und seit März diesen Jahres können sich auch die deutschen Leser von Michal Hvoreckys surrealen und doch an der politischen Wirklichkeit von damals und heute interessierten Erzählwelten ein Bild machen. Sein Roman erzählt nicht nur die Lebensgeschichte eines gewissen Michal Kirchner, sondern ebenso – mal skurril, mal bitter ernst – die Geschichte von Hoffnungen, Aufbrüchen und Ernüchterungen ganzer Generationen und Regionen. Dies aber eben neu, überraschend und irritierend.
Allein schon die ‚Biographie‘ des Protagonisten lässt aufhorchen: Hervorgegangen aus der Zweckverbindung einer Lesbe und eines Schwulen in der ČSSR, ist Michal Kirchner selbst davon überzeugt, „dass ich als Frau besser ausgesehen hätte.“ Nach der Wende wird er ein Edel-Callboy um dann, nach einer surrealen Verwandlung, als Michaela eine Tochter zu gebären. Mit diesen rasanten Umwendungen von Identität verbindet sich ein Blick auf die politische Wende in Mitteleuropa als einem kollektiver Orgasmus mit anschließender Katerstimmung. Der Wegfall von staatlichen und weltanschaulichen Grenzen setzt eruptiv sexuelle Energien frei, führt aber auch zu Erschlaffung und Verfall.
Michael Hvorecky liest im Rahmen von Bruchzonen und dem diesjährigen forum junge wissenschaft aus seinem Roman Eskorta. Zudem lädt er – gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Oliver Geisler – zu einem anschließenden Gespräch ein. Und er wird erste Auszüge aus seinem neuen Romanprojekt vorstellen, das Ihn weit in den Osten – in das Donaudelta – geführt hat.
Eintritt: 5,-/3,- Euro
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Michael Hvorecky [home]; Foto: Stefan Laktis
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