Projekt
Mit dem forum junge wissenschaft versuchen wir, einen Kulturverein als Schnittstelle zwischen Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften und der interessierten Öffentlichkeit zu etablieren. Fünf konzeptionelle Überlegungen sind dafür entscheidend:
- Es gibt viele junge Geistes-, Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen, die gesellschaftlich relevante und interessante Themen bearbeiten; diese werden aber in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen.
- Es gibt in der Öffentlichkeit ein Interesse an diesen Themen; aber es mangelt an geeigneten, außeruniversitären Räumen für die Vermittlung.
- Junge WissenschaftlerInnen bedürfen eines Podiums, auf dem sie ihre Spezialthemen öffentlich machen können und gleichzeitig ihre Überlegungen ausprobieren, diskutieren und weiterentwickeln können.
- Kulturvereine haben spezifische Potentiale hinsichtlich der Vermittlung von kulturellen Inhalten an eine breite Öffentlichkeit.
- Gleichzeitig bietet ein Kulturverein für das Gespräch der WissenschaftlerInnen untereinander einen Raum, der es möglich macht, jenseits der institutionellen Zwänge einer Universität und jenseits der Form des Oberseminars, des professoral geleiteten Forschungskolloquiums oder der ‚klassischen’ Tagung agieren und debattieren zu können.
Das Ziel unseres Projekts ist es mithin, einerseits die Diskussion wissenschaftlicher Themen mit der Frage nach der Möglichkeit ihrer öffentlichen Präsentation und Verhandlung zu verbinden und diese Vermittlung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit konkret zu verwirklichen; andererseits einen Kommunikationsraum für Debatten mit dem Publikum wie auch untereinander zu schaffen. Ein Kulturverein bietet sich für dieses Vorhaben in besonderer Weise an, da hier die für die universitäre Forschung typischen strukturellen, habituellen und institutionellen Zwänge und Gewohnheiten ebenso wegfallen wie die disziplinären Grenzen. Und im Gegensatz zur akademischen Forschung ist die Arbeit eines Kulturvereins per se auf den Kontakt mit dem Publikum aus- und eingerichtet. Gerade hier besteht also die Chance, die oft hochspezialisierten Fachdebatten sowohl für interdisziplinäres Arbeiten zu öffnen wie auch für ein breiteres Publikum zu erschließen.
Und nicht zuletzt soll mit dem forum junge wissenschaft der Versuch unternommen werden, dem (scheinbaren) Bedeutungsverlust der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Öffentlichkeit entgegenzuwirken und den möglichen Beitrag der Geistes- und Sozialwissenschaften zu historischen und aktuellen, kulturellen und gesellschaftlichen Fragen zu bestimmen.
Das forum junge wissenschaft findet zum einen in der Form öffentlicher Abendvorträge mit anschließenden Diskussionsrunden statt. Zum anderen finden tagsüber stärker auf die fachwissenschaftliche Diskussion ausgerichtete Workshops statt, in denen die ReferentInnen ihre Arbeiten und/oder Forschungsvorhaben in einer kleineren, auf eine bestimmte Anzahl von Teilnehmenden beschränkte Runde vorstellen. Darüber hinaus gehört als integraler Bestandteil zum forum ein kulturelles Rahmenprogramm – mit Eröffnungsparty, themenbezogenem Filmabend und Abschlusskonzert –, das uns, den ReferentInnen und dem Publikum die Möglichkeit eröffnet, in entspannter Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen.