Lese- und Gesprächsabend mit Feridoun Zaimoglu

Montag, 23.11.2009, 20.00 Uhr (Motorenhalle)

Feridoun Zaimoglu gehört zu den wichtigsten deutsch­sprachigen Autoren seiner Generation. Nicht nur auf­grund seiner Biographie, nicht nur wegen der vielen Preise, die ihm verliehen wurden, nicht nur, weil er sich immer wieder gesellschaftspolitisch einmischt, sondern vor allem, weil seine Texte wortgewaltig, bildreich und wohltuend emotionsgeladen sind; er ist ein „literarischer Erotiker“  (NZZ), ein Autor, der das Phantastische sucht, um die Wirklichkeit zu finden. Sein neuester Roman „hinterland“ ist ein weiterer Abschnitt auf seinem Weg von den ‚Mißtönen‘ am Rande der Gesellschaft zu einer vielstimmigen deutschen Literatur mit europäischem Hintergrund. Dieser Weg führt nun ins Hinterland, wo die mo­derne Zivilisation an ihre Grenzen kommt, wo Wirklichkeit und Phantasie sich durchmischen und wo die deutsche Romantik auf die Bildwelten des Orients trifft. Im Zentrum dieser Reise, die von einer Nordseeinsel über Prag bis nach Istanbul führt, stehen Ferda und Aneschka: diese Figuren verkörpern den Spagat zwischen Hingabe und Eigenliebe, den Zaimoglu in seinen letzten Texten immer wieder literarisch in Szene gesetzt hat. Liebe – als ein Aufeinanderprallen – ist für ihn zum großen, leitenden Thema geworden. Bereits im 19. Jahrhundert bezeichnete der Begriff Hinterland einen Raum der Sehnsucht, aber auch des Unsicheren und Beängstigenden. In diesem Sinne ist Zaimoglus neuer Roman die Einladung zum Wagnis, sich in die unergründlichen Gebiete des Herzens zu begeben.

Eintritt: 5,-/3,- Euro

 

 

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